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Großer Erfolg des Diabetes-Forschungsprojekts

Das große Potential der BIOBANK der Blutspender liegt in der Erforschung von Biomarkern, die in einem frühen Stadium von Erkrankungen im Blut nachgewiesen werden können. Besonders lohnend für alle Seiten ist es, wenn dieser Ansatz mit Aktionen zur Früherkennung und Prävention von Krankheiten bei unseren Blutspendern verbunden werden kann.

Ein gelungenes Beispiel hierfür ist das bisher größte Projekt der BIOBANK der Blutspender, die von der Bayerischen Forschungsstiftung geförderte Diabetesstudie, die nun kurz vor ihrem Abschluss steht. Einerseits konnten bei der Studie die Blutspender kostenlos ihr Risiko testen konnten, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, andererseits werden die Proben der Studienteilnehmer von unseren Forschungspartnern dazu eingesetzt, neue und sensitivere Tests zur Früherkennung von Diabetes zu entwickeln.

Unsere im Herbst 2008 durchgeführte Diabetes-Aktion stieß auf große Resonanz bei den Spendern. Insgesamt nahmen 60,863 Blutspender an der Studie teil. In einem ersten Schritt füllten sie einen so genannten FindRisk-Fragebogen aus, in dem Fragen zu Lebensstil, Ernährung, Körpergewicht und Fällen von Zuckerkrankheit in der Familie gestellt wurden. Bei ca. 15% der Teilnehmer wurde ein erhöhtes Risiko ermittelt, in den nächsten 10 Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bei diesen Personen wurde in einem zweiten Schritt zusätzlich ein Parameter im Blut, das HbA1c, bestimmt, der als Indikator für über einen längeren Zeitraum vorliegende, erhöhte Blutzuckerwerte dient. Bei ca. 20% der laut FindRisk-Fragebogen besonders gefährdeten Personen wurden tatsächlich auch deutlich erhöhte Werte von HbA1c gemessen. In einem dritten Schritt wurden diese Personen zur weiteren Abklärung zu einem oralen Glukosetoleranztest (OGTT) an eines der sechs BSD Institute geladen. 550 Risikopersonen und knapp 200 Kontrollpersonen folgten der Einladung und unterzogen sich dem Test, bei dem der Blutzucker vor bzw. nach Einnahme einer bestimmten Menge einer Traubenzuckerlösung bestimmt wurde. Dabei wurde bei einem Fünftel der Risikopersonen ein bis dahin noch nicht diagnostizierter Typ-2-Diabetes festgestellt. Über die Hälfte der Risikopersonen zeigte bereits Vorstufen von Diabetes und nur knapp ein Viertel hatte einen normalen Zuckerstoffwechsel.

Die neu diagnostizierten Diabetiker und Prä-Diabetiker wurden zur weiteren Behandlung an ihren Hausarzt verwiesen, um durch einen raschen Behandlungsbeginn und eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten Folgeschäden der Erkrankung so weit wie möglich zu verhindern. Durch die Diabetes-Aktion konnten wir zeigen, dass die Kombination von FindRisk Fragebogen und HbA1c-Bestimmung ein sehr effizientes Mittel zur Erkennung von Diabetikern und Risikopersonen ist. Im Rahmen der Blutspende konnte eine große Zahl von Teilnehmern erreicht und von bisher unerkannten Diabetikern identifiziert werden, die nun von dem frühzeitigen Erkennen ihrer Erkrankung profitieren und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen kann.

Zusätzlich werden die Proben der im Rahmen der Diabetes-Aktion diagnostizierten Spender mit einem gestörten Zuckerstoffwechsel von den Forschungspartnern des Projekts in München (Fa. Toplab), Regensburg (Fa. Lipofit) und Berlin (Fa. Metanomics) untersucht, um neue Marker und sensitivere Testmethoden zur Früherkennung von Diabetes zu entwickeln. Durch diesen zweiten Teil des Diabetes-Forschungsprojekts ist neben dem unmittelbaren Nutzen für die Studienteilnehmer auch noch ein zukünftiger, langfristiger Nutzen für spätere Generationen von Diabetikern zu erhoffen, die von einer verbesserten Frühdiagnostik profitieren können.

Ein ganz herzliches Dankeschön möchten wir an dieser Stelle noch einmal allen Teilnehmern der Diabetesstudie, aber auch allen Helfern und Mitarbeitern des BSD aussprechen, die an der Durchführung des Projekts beteiligt waren.

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