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Im November war die Biobank als Teilnehmer bei der Munich Biomarker Conference 2011 zu Gast, bei der die Biobank für einen Posterbeitrag selektiert wurde. Das Motto der ersten Munich Biomarker Conference lautete „Local heroes and global challenges“ und widmete sich dem Kernthema der Medizin der Zukunft: von der Identifizierung über die Entwicklung und Validierung bis zur Etablierung eines Companion Diagnostic in der Biomarker-Forschung.
Die Biomarker Konferenz bot eine exzellente Basis um neue Kooperationsmöglichkeiten und Synergien anzudiskutieren. Es zeigte sich das gerade die überaus zahlreiche Präsenz von an Biomarkern forschenden pharmazeutischen und akademischen Gruppen im Münchner Raum eine ideale Grundlage ist, um weitere innovative Projekte voranzutreiben und personalisierte Medizin im Münchner Cluster zu fördern. Die Biobank der Blutspender zeigte in Ihrem Beitrag Wege auf, wie epigenetische Biomarker eine zentrale Rolle in der Diagnose, Therapie und Prävention von komplexen Erkrankungen spielen können. Das Poster mit dem Titel „Epigenetic Biomarkers & Biobanking“ kann man hier abrufen.
Was ist Epigenetik? Im Unterschied zur Genetik, die sich mit der Erbsubstanz DNA selbst auseinandersetzt, beschäftigt sich die Epigenetik mit zusätzlichen in der Zelle kodierten Informationen, die den Aktivitätszustand von Genen bestimmen. Als epigenetische Markierungen werden chemische Veränderungen bezeichnet, die an der DNA selbst oder an spezifischen Proteinen auftreten. Diese Modifikationen, wie etwa die DNA-Methylierung, führen dazu, dass bestimmte Abschnitte auf der DNA entweder an- oder abgeschaltet werden. Die Epigenetik ist eines der spannendsten Forschungsfelder der Wissenschaft. Die Theorie der sog. „Epigenetischen Drift“ besagt, dass eine Anzahl von Risikofaktoren, wie z.B. unser Lebensstil (Ernährung, Medikamente), Umwelteinflüsse oder einfache zufällige (stochastische) molekulare Fluktuation in der Zelle zu Veränderungen im menschlichen Epigenom führen können. Epigenetik wird deshalb auch als das molekulare Gedächtnis für Umwelteinflüsse bezeichnet. Während des Alterns sammeln sich diese Epimutationen im Körper an und können so, besonders im hohen Alter, zu chronischen Erkrankungen, wie Alzheimer, Krebs oder Diabetes führen. Die Biobank der Blutspender hat neue Wege aufgezeigt wie durch gezielte Strategien in der personalisierten Medizin (bzw. personalisierten Prävention) die Entstehung solcher Erkrankungen besser verstanden und die Erkrankungen in Zukunft möglicherweise verhindert werden können. Anders als genetische Anomalien, sind epigenetische Strukturen revidierbar und können daher dazu dienen präventive und therapeutische Interventionen zu entwickeln. Das Interesse an dem von der Biobank präsentierten Thema war groß und sorgte für einen regen Austausch unter den Meeting-Teilnehmern. Insgesamt war dieses Meeting ein großer Erfolg und deshalb werden wir uns freuen auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
Das im Dezember stattgefundene „2nd World Epigenetics Summit“ in München konnte ebenso genutzt werden, die Biobank der Blutspender einem internationalen Publikum, insbesondere wichtigen Entscheidungsträgern der pharmazeutischen Industrie vorzustellen. Der halbstündige Vortrag zum Thema altersabhängiger epigenetischer Drift, komplexer Erkrankungen & Biobanking erzielte eine außerordentlich rege und positive Resonanz bei den vielen Teilnehmern, was zu zahlreichen weiterführenden Kontakten, insbesondere mit potentiellen Partnern in der Industrie führte. Der Vortrag bestätigte das weltweit große Interesse an Biobanken und den darin verwalteten Probenkollektiven zur Biomarkerforschung, besonders bezüglich des innovativen Ansatzes der Biobank der Blutspender. Die Erforschung epigenetischer Mechanismen in der Entstehung von Krankheiten steht noch am Anfang, aber wir hoffen mit der einzigartigen Ressource der Biobank der Blutspender einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis komplexer Volkskrankheiten leisten zu können. Für die Biobank liegt die hohe Bedeutung dieses Forschungs-Gebiets im langfristigen Gesundheitsschutz der Bevölkerung, denn sowohl positive als auch negative Umwelteinflüsse auf die Gesundheit können einen anhaltenden Effekt auch auf kommende Generationen haben.
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